DEN - Deutsches Energieberater-Netzwerk e.V.

Wofür das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. steht

Für eine ehrliche und mutige Energie- und Klimapolitik!

 

Warum wir Position beziehen

Noch ist es nicht zu spät! Noch ist es möglich, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Aber – wir alle müssen jetzt handeln, und zwar schnell. Diese Folgerung des Weltklimarates IPCC in seinem jüngsten Sondergutachten ist Mahnung und Aufgabe für alle Länder und für alle Menschen dieser Erde. Sie ist ein weiteres Alarmsignal. Aber sie macht auch Hoffnung, dass wir die bevorstehenden dramatischen Veränderungen noch abmildern können. Das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. nimmt diesen neuerlichen Aufruf zum internationalen Handeln durch den IPCC zu Anlass, seinen Standpunkt zu formulieren und für eine ehrliche und mutige Energie- und Klimapolitik einzutreten. Damit sind alle Länder gemeint, denn alle Länder sind betroffen. Deutschland als starke Industrienation sollte beispielgebend vorangehen.

 

Was wir sehen

Die Folgen des sich langsam, aber unaufhörlich ändernden Klimas werden immer deutlicher sichtbar und wahrnehmbar. Wetterextreme wie trockene Sommer oder zerstörerische Stürme treten auch in unseren Breiten immer häufiger auf. Sie haben negative bis dramatische Folgen für die Gesundheit von Menschen, für die Land- und Forstwirtschaft, sie bringen den Wasserhaushalt in Flüssen und im Untergrund durcheinander, sie vernichten natürliches und menschengemachtes Kapital. Sie tangieren praktisch jeden Bereich unseres Lebens.

Folgen des Klimawandels beobachten wir in Deutschland tagtäglich. Einige Beispiele: Die Meeresspiegel steigen – langsam, aber unaufhörlich. In den kommenden Jahrzehnten werde erheblich Anstrengungen nötig sein, gefährdete Gebiete einzudeichen. Sturmfluten nehmen zu. Immer stärkerer Algenbewuchs im Sommer bedroht Fische und andere Meereslebewesen – Korallenriffe verschwinden bereits zusehends. Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Flüsse aus. Häufigere und schwerere Überschwemmungen vernichten Sachwerte und gefährden Menschenleben. Versicherer haben darauf schon reagiert und die Tarife von Gebäudeversicherungen in den entsprechenden Gebieten angehoben. Manches kann man gar nicht mehr versichern. Menschen in Gebirgsregionen müssen um die Stabilität der umgebenden Berge fürchten. Murenabgänge nehmen zu, wenn sich die Temperaturen erhöhen. Schneemangel hat Auswirkungen auf touristische Angebote in Skigebieten, was zum Einsatz von künstlichen, Energie fressenden Alternativen wie Schneekanonen führt. Böden trocknen aus, Grundwasserspiegel sinken. Der Untergrund bei Bahngeleisen ändert sein Volumen, Züge fahren langsamer. Gebäude bekommen Setzrisse. Auf den Autobahnen gelten neue Geschwindigkeitsbeschränkungen, weil sich Fahrbahnbeläge heben können (blow up). Waldbrände in ganz Deutschland und auch in Europa nehmen zu. Landwirte erleiden erhebliche Ernteausfälle. Das hat Auswirkungen auf die Nahrungsmittel- und Futterproduktion als auch auf die Verbraucherpreise.

 

Was wir feststellen

Signale wie diese alarmieren immer mehr Menschen. Sie sind in Sorge und zeigen auf die unterschiedlichsten Weisen und bei den verschiedensten Gelegenheiten Flagge. Zuletzt waren es die Demonstrationen im Hambacher Forst gegen die geplante Rodung des Waldes, welche klar zeigten: Immer mehr Bürger befürworten einen Ausstieg aus der Kohleverstromung, um einen deutlichen Beitrag zu leisten für eine Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Die sogenannte Energiewende ist vor allem bei Politikern umstritten. Umfragen zeigen, dass in der Bevölkerung erhebliche Sympathien für den Einsatz erneuerbarer Energieträger existieren. Trotzdem geht der Umstieg nur langsam voran.

Es ist paradox: Nicht zuletzt an technischen, planerischen, dann aber auch an gesellschaftlichen Hemmnissen scheitert beispielsweise ein schneller Ausbau von Stromnetzen, welche Windstrom vom Norden in den Süden transportieren können. Zahlreiche Einsprüche von Bürgern verzögern Planung und Bau mancher neuen Trasse. Die meisten wissen: Wir verbrauchen zu viel Energie, und wir nutzen noch immer zu viele der falschen Energieträger. Die weitere Nutzung fossile Quellen ist mittel- und langfristig mit den Klimaschutzzielen nicht vereinbar. Und doch steigt unser Energiebedarf stetig, vor allem bei der Elektrizität. Mit dem weiteren Umstieg auf Elektrofahrzeuge werden sich diese Verbräuche noch spürbar erhöhen. Darauf sind unsere heutige Stromproduktion und unsere Infrastruktur nicht vorbereitet. Weder werden der heute zum weitaus überwiegenden Teil durch fossile Energieträger versorgte Verkehr noch große Teile der Industrie, welche als besonders energieintensiv gilt, klimapolitisch ehrlich behandelt. Nach wie vor wird mit Hinweis auf Wettbewerbsfähigkeit und auf angeblich gefährdete Arbeitsplätze so weitergemacht wie bisher. Die CO2-Bepreisung wird nicht konsequent angegangen oder greift zu kurz.

Im Gebäudesektor gab es in den vergangenen Jahren zwar einen Hype bei der nachträglichen energetischen Dämmung von Bestandsimmobilien, doch dieser ist inzwischen abgeflaut. Es lohne sich wirtschaftlich nicht, sein Haus dämmen zu lassen, argumentieren viele Eigentümer mit Hinweis auf niedrige Energiepreise. Vom Idealismus früherer Jahre ist nicht mehr viel zu verspüren.

 

Was wir ändern müssen

So wie bisher kommen wir aus dem Dilemma zwischen drohendem Klimawandel und energiepolitischer Trägheit nicht heraus. Die Zeit um über die Notwendigkeit der Energiewende zu diskutieren ist abgelaufen. Es geht nur noch um das „wie“ und die konsequente und rasche Umsetzung. Deshalb plädiert das DEN für eine ehrliche und mutige Energie- und Klimapolitik, welche sektorenübergreifend in einer wirtschaftlichen und ökologischen Gesamtschau der Größe des Problems angemessen reagiert. Dies ist insbesondere eine gesellschaftliche Aufgabe, für die es eines breiten Konsenses bedarf. Dieser muss jenseits der Tagespolitik zwischen allen gesellschaftlichen Kräften vereinbart und formuliert werden. Dazu gehört auch, einen angemessenen Ausgleich zu finden zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren. Anders wird es kein nachhaltiges Zukunftsmodell geben können. Deutschland muss als Industriestandort erhalten bleiben. Niemandem ist genützt, wenn sich Deutschland zerlegt. Aber Deutschland hat das Potential und die Kraft, sich zu erneuern.

 

Was wir brauchen

Eine zukunftsfähige Energie- und Klimapolitik erfordert einen Strukturwandel, der zum Teil schmerzlich sein wird. Er hat soziale, wirtschaftliche und regionale Aspekte, wird weh tun und gesellschaftliche Konsequenzen haben. Insbesondere Arbeitsplätze in alten und früher oder später hinfälligen Industriezweigen werden betroffen sein. Dafür entstehen Arbeitsplätze in neuen, modernen und klimafreundlichen Industriezweigen.

Es müssen vor allem Antworten gefunden werden, die den technischen und politischen Zusammenhängen Rechnung tragen. Der Kohleausstieg ist beispielsweise komplizierter als das einfache Abschalten von Kraftwerken. Für die chemische Industrie sind Grundstoffe aus der Braunkohleförderung unverzichtbar. Für die Versorgung mit Gips sind Rauchgasentschwefelungsanlagen nötig. Fällt der Nachschub aus diesen Quellen weg, müsste mehr Naturgips gefördert werden. Der Import von solchen bislang im eigenen Land erzeugten Rohstoffen wäre unehrlich und klimapolitisch kontraproduktiv. Deshalb muss eine Politik der Gesamtschau mit Mut und Ehrlichkeit an die Probleme gehen. Gremien wie die Kohlekommission sind nötig, um gesellschaftlich und politisch umsetzbare Zukunftsentwürfe zu entwickeln, welche über die nationale Tagespolitik hinausgehen. Gleichzeitig aber müssen wir wieder Wert darauf legen, ganz konkret und vor Ort zur Energiewende beizutragen und das Klima schützen zu helfen.

 

Wofür das DEN steht

Im Gebäudebereich lassen sich vergleichsweise schnell Energieverbrauch und damit der Ausstoß von Treibhausgasen senken. Das gilt für Wohn- als auch für Nichtwohngebäude. Beim Neubau muss auf modernste Standards geachtet werden. Bei Bestandsimmobilien lassen sich mit den verschiedensten technischen Mitteln ausgezeichnete klimafreundliche Werte erzielen.

Beispiele sind:

  • der konsequente Austausch maroder und energiefressender Heizungen und die Einregulierung der Systeme,
  • die nachträgliche Dämmung von Fassaden, oberen Geschoßdecken etc.,
  • der Einsatz energieeffizienter Geräte im Haus,
  • die einfache Nutzung erneuerbarer Energien und deren Eigenproduktion.

Dies erfordert eine Gesamtschau der jeweiligen Immobilie, im privaten wie im gewerblichen Bereich. Energieberater*innen des DEN sind dafür ausgebildet. Sie sind nicht nur in der Lage, die neuesten und modernsten Techniken vorzuschlagen und anzuwenden, sondern ihren Kunden auch die entsprechenden Förderprogramme zu empfehlen und zu vermitteln. DEN-Energieberater*innen arbeiten und beraten wirtschaftlich unabhängig. Das heißt, ihre Kunden können darauf vertrauen, produktneutral die besten für ihr Projekt möglichen Sanierungsvorschläge zu bekommen. Zu solcher Neutralität haben sich die DEN-Energieberater*innen selbst verpflichtet. Hohe Qualität (DEN QS) und die durch konsequente Weiterbildung erworbenen Kenntnisse schaffen Vertrauen. Gute und kollegiale Kommunikation auch untereinander sichern Energieberater*innen des DEN ein kompetentes Netzwerk.

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. leistet auch politische Arbeit, soweit Sie die Energiewende betrifft. Es ist gerne bereit, in den entsprechenden Gremien mitzuwirken und seine Erfahrung aus der Praxis einzubringen. Es knüpft und pflegt Kontakte zu den für die Energiewende maßgebenden Herstellern und Firmen. Es bietet für seine Kunden qualifizierte Beratung von der Erstberatung (Energieausweis) bis zu Baubegleitung und für seine Mitglieder Versicherungsschutz. Diese bilden Teams und verbessern so das äußere Erscheinungsbild der Energieberater*innen als kompetente Teile eines Netzwerks. Das DEN arbeitet an einem eigenen Berufsbild für Energieberater*innen.

 

Fazit

Letztlich erfordern die Energiewende und eine neue, zukunftsfähige Energie- und Klimapolitik einen Kulturwandel. Die Frage der Kohleverstromung ist nur ein Teil dieser Diskussion. Der Übergang in das nichtfossile Zeitalter wird nicht einfach sein. Wir müssen diese Jahrhundertaufgabe „Energiewende“ aber wieder zu einem positiv besetzten Begriff machen: nicht abschalten, sondern anschalten – Lust auf Zukunft machen!

Wir müssen den Industriestandort Deutschland insgesamt erneuern. Eine positive Einstellung zu den Herausforderungen der Zukunft ist dazu vonnöten sowie eine ehrliche und mutige Energie- und Klimapolitik. Auch die Wirtschaft muss sich hier weiter bewegen, in die Zukunft schauen und investieren. Deutschland muss wieder ein Land der Ideen werden. Nur dann ist Deutschland zukunftsfähig. Und nur dann könnte Deutschland wieder als technisch und klimapolitisch beispielgebendes Land gelten. Daran wollen die Energieberater*innen des DEN mitarbeiten.

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